„Stellen Sie sich nicht so an. Das ist halt bei Frauen so.“

Endometriose erkennen – warum starke Regelschmerzen ärztlich abgeklärt werden sollten

„Stellen Sie sich nicht so an, das ist halt bei Frauen so.“

Diesen Satz hören viele Frauen mit Endometriose – oft über Jahre.

Viele warten deshalb lange auf eine Diagnose.
 Schmerzen werden erklärt, relativiert oder fehlinterpretiert.
 Nicht selten entsteht dabei irgendwann das Gefühl, mit den Beschwerden allein zu sein.

Endometriose gehört zu den häufigsten gutartigen gynäkologischen Erkrankungen. Betroffen sind vor allem Frauen zwischen der ersten Regelblutung und den Wechseljahren.

Dabei wächst gebärmutterähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter, häufig im Bauchraum.

Typisch sind zyklusabhängige Beschwerden.
 Dazu zählen nicht nur starke Menstruationsschmerzen, sondern auch Schmerzen beim Wasserlassen, beim Stuhlgang oder beim Geschlechtsverkehr.

Genau diese Vielfalt macht die Erkrankung manchmal schwer greifbar.

Es gibt keine einzelnen Beschwerden, die eindeutig für Endometriose sprechen. 
Es gibt aber Beschwerden, bei denen man an Endometriose denken sollte.

Und genau das geschieht oft zu spät.

Denn starke Schmerzen während der Menstruation werden noch immer häufig als „normal“ eingeordnet.
Starke, wiederkehrende Schmerzen sind jedoch nicht normal — auch wenn viele Betroffene das über Jahre hören.

Sie können typisch für Endometriose sein.

Für viele Frauen bedeutet die Erkrankung eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität.
 Nicht nur körperlich, sondern oft auch im Alltag, in Beziehungen oder im Berufsleben.

Die Diagnostik ist anspruchsvoll und folgt heute einem strukturierten Vorgehen aus Anamnese, gynäkologischer Untersuchung und insbesondere einer qualifizierten Ultraschalluntersuchung.

Einen einzelnen Laborwert oder eine einzelne Untersuchung, die die Diagnose sicher bestätigt, gibt es jedoch nicht.

Auch eine Bauchspiegelung liefert nicht immer sofort eine eindeutige Diagnose. Endometrioseherde können klein sein oder verdeckt liegen und müssen gezielt gesucht werden.

Wenn junge Frauen bereits früh über ungewöhnlich starke, zunehmende oder belastende Regelschmerzen klagen, die sich nicht mehr schlüssig als normale Periodenbeschwerden erklären lassen, sollte Endometriose mitgedacht werden.

Die weiterführende Abklärung gehört dann in spezialisierte Hände.

Die Diagnose ist dabei nicht nur wichtig, um gezielt behandeln zu können.

Für viele Betroffene bedeutet sie auch etwas anderes:
 Entlastung.

Weil Beschwerden, die über Jahre nicht eingeordnet werden konnten, plötzlich einen Namen bekommen – und damit erstmals verstanden werden.


Autor: Dr. med. S. Rupp

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