Wie viel KI verträgt eine authentische Autorenschaft?

Achtung: Auch dieser Text ist mit KI entstanden.
Der Gedanke dahinter nicht.

Ich benutze KI beim Schreiben.
Und ich habe damit kein grundsätzliches Problem.

Denn meine Freude am Schreiben besteht nicht unbedingt darin, jeden einzelnen Satz selbst zu formulieren. Mich interessiert etwas anderes: eine Idee zu haben, sie weiterzuverfolgen, Verbindungen herzustellen, Widersprüche zu entdecken und aus einzelnen Gedanken allmählich ein geistiges Gewebe entstehen zu lassen.

Aber bin ich dann noch der Autor, wenn eine Maschine mir dabei hilft, dieses Gewebe sprachlich zusammenzufügen?

Die Frage wird uns vermutlich noch eine Weile beschäftigen.

Wer ist eigentlich der Autor?

Ganz neu ist das Problem nicht.

Politiker halten Reden, die andere für sie geschrieben haben. Vorstände lassen sich Texte vorbereiten. Wissenschaftliche Arbeiten werden redaktionell überarbeitet. Schriftsteller arbeiten mit Lektoren, die manchmal erheblich in einen Text eingreifen.

Trotzdem bestreiten wir diesen Menschen nicht automatisch die Autorenschaft.

Denn Autorenschaft war schon immer mehr als das Aneinanderreihen selbst formulierter Sätze. Dazu gehören die Idee, die Auswahl, die Haltung, das Verwerfen, das Ordnen und schließlich die Entscheidung:

Genau das möchte ich sagen.

KI verändert allerdings die Dimension. Was früher nur wenigen Menschen zur Verfügung stand, professionelle Hilfe beim Denken und Formulieren, kann heute praktisch jeder nutzen.

Und vielleicht ist das gar nicht nur ein Problem.

KI könnte das Schreiben demokratisieren.

Nicht jeder Mensch, der interessante Gedanken hat, kann gut schreiben.

Manche formulieren brillant, haben aber wenig zu sagen. Andere haben viel zu sagen, bekommen es aber sprachlich nicht so elegant zu Papier. Bislang hatten die Ersteren einen erheblichen Vorteil.

KI könnte dieses Verhältnis verändern.

Ein Mensch kann einen interessanten Gedanken haben, ihn vielleicht unbeholfen formulieren und sich anschließend von einer KI helfen lassen, daraus einen verständlichen und gut lesbaren Text zu machen.

Ist dieser Gedanke dadurch weniger wert?

Vielleicht verschiebt sich sogar etwas in unserer Vorstellung von geistiger Leistung. Statt zu bewundern:

„Der kann aber gut schreiben.“

könnten wir häufiger fragen:

„Was denkt dieser Mensch eigentlich?“

Das wäre keine ganz schlechte Entwicklung.

Aber wo bleibt die eigene Stimme?

Natürlich gibt es eine Grenze.

Wer einer KI lediglich sagt: „Schreib mir einen interessanten Artikel“ und das Ergebnis anschließend ungeprüft veröffentlicht, ist für mich kaum Autor im eigentlichen Sinne.

Wer dagegen mit einer eigenen Frage beginnt, Argumente entwickelt, widerspricht, Passagen verwirft, neue Zusammenhänge entdeckt und die KI dabei als Gesprächspartner und Formulierungshilfe benutzt, befindet sich in einer anderen Situation.

Dann entsteht der Text zwar gemeinsam mit einer Maschine. Aber die gedankliche Richtung gibt weiterhin der Mensch vor.

Vielleicht müssen wir deshalb den Begriff der authentischen Autorenschaft neu definieren.

Authentisch muss künftig nicht zwangsläufig bedeuten, dass jedes Wort eigenhändig geschrieben wurde.

Authentisch könnte bedeuten, dass hinter einem Text ein Mensch steht, der tatsächlich meint, was dort steht.

Wenn Algorithmen über Authentizität entscheiden

Mit der wachsenden Zahl KI-generierter Texte entsteht allerdings ein neues Problem: Plattformen müssen irgendwie mit dieser Flut umgehen.

LinkedIn arbeitet bereits daran. Die Plattform versucht, sogenanntes „AI Slop“, also massenhaft produzierte, minderwertige KI-Inhalte, zu erkennen und deren Reichweite zu begrenzen.

Das ist zunächst einmal nachvollziehbar. Niemand möchte durch endlose Variationen desselben künstlich erzeugten Textes scrollen.

Aber damit entsteht eine neue Frage.

Wer entscheidet eigentlich, wann ein Text „AI Slop“ ist und wann ein Mensch lediglich KI benutzt hat, um einen eigenen Gedanken besser auszudrücken?

Die Grenzen sind fließend.

Ich kann einen Text vollständig selbst schreiben und ihn von einer KI sprachlich überarbeiten lassen. Ich kann ihr meine Gedanken diktieren und sie daraus einen ersten Entwurf erstellen lassen. Ich kann mit ihr diskutieren, Absätze verwerfen, neue Gedanken entwickeln und am Ende einen Text veröffentlichen, von dessen ursprü

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